Die JAMES-Studie 2022 der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) und Swisscom liefert wichtige Einblicke in die digitale Lebenswelt von Jugendlichen in der Schweiz. Mehr als 1 000 junge Menschen zwischen 12 und 19 Jahren nahmen an der Befragung teil.
Die Ergebnisse zeigen eine besorgniserregende Zunahme unerwünschter sexueller Erfahrungen online oder per Nachricht. Nahezu die Hälfte der Befragten gab an, bereits mit sexueller Belästigung im digitalen Raum konfrontiert worden zu sein. Ein Drittel war von einer unbekannten Person aufgefordert worden, intime Bilder zu senden; Mädchen über 16 Jahre waren besonders häufig betroffen.
Bildung, Dialog und Unterstützung
Diese Erkenntnisse unterstreichen die Bedeutung konkreter Bildung zur Online-Sicherheit. Schulen können Jugendliche dabei unterstützen, manipulative Verhaltensweisen zu erkennen, ihre Daten zu schützen und Meldewege zu kennen. Eltern spielen ebenfalls eine wichtige Rolle: im Gespräch bleiben, altersgerechte Grenzen setzen und bei Problemen ohne Vorwürfe Unterstützung anbieten.
Die Studie macht zugleich deutlich, dass Erfahrungen mit sexuellen Inhalten nicht alle gleich sind. Bei älteren Jugendlichen sind bestimmte Inhalte oder Austauschformen freiwillig. Prävention sollte deshalb differenzieren, das Alter berücksichtigen und Einwilligung, Respekt sowie die langfristigen Folgen geteilter Bilder offen thematisieren.
Eine wichtige Grundlage für Massnahmen
Die alle zwei Jahre durchgeführte JAMES-Studie macht Veränderungen sichtbar und unterstützt die Weiterentwicklung von Politik, Schule und Prävention. Ihre Zahlen beschreiben nicht jede einzelne Person, zeigen aber Trends, auf die Familien, Bildungseinrichtungen und Plattformen gemeinsam reagieren müssen.

